Waldspaziergang Rodebachmühle, Thüringer Wald

Glyphosatverbot von EKM-Synode abgelehnt

Ist das noch meine Kirche?

Ich finde es traurig, wenn Kirche wirtschaftliche Interessen über ihre Werte stellt.
Genau das hat die Landessynode der EKM soeben getan. Mit der Ablehnung des Glyphosatverbotes und des Nitratverbotes haben wir soeben unser Land, Gottes Schöpfung, abgewertet. Aus Bedenken, Richtlinien nicht kontrollieren zu können, diese abzulehnen, ist erschreckend. Zumal weitere Pachtvergabekrieterien ebenso wenig bzw. aufwendig zu kontrollieren sind.
Es handelt sich hierbei einzig um vorgeschobene Gründe aus der Angst heraus, finanzielle Einnahmen zu schmälern.
Ich empfinde es als Verletzung der christlichen Nächstenliebe, ja schon fast als Akt der fahrlässigen Körperverletzung, dass die Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland es nicht für notwendig erachtet, Menschen vor Giftstoffen schützen zu wollen.

Wir sind die Generation Y. Wir sind diejenigen, die mit den Folgen der globalen Erwärmung, der umweltschädlichen Landwirtschaft und der Versuchung unseres Bodens und Grundwassers zu kämpfen haben.
Kirche muss sich Gedanken machen, warum sie überhaupt noch Land verpachtet. Was sie eigentlich grundsätzlich noch will.
Creation – not for sale. So formuliert der Lutherische Weltbund diese Thematik. Schöpfung ist nicht zu verkaufen. Und ich ergänze: Schon gar nicht zu verpachten!
Aber genau das machen wir, wenn wir Landwirt*innen unseren Boden zur Verfügung stellen und die Mindestanforderungen an deren Landwirtschaft nicht näher regulieren.
Wir lassen also unseren Pächter mit unserem kirchlichen Grund und Boden tun und lassen, was sie wollen.
Wir verpachten ihn und geben keine ausreichenden Maßgaben, was damit geschehen soll.
Das macht den Anschein einer „Nach uns die Sintflut“-Haltung.
Wo bleibt denn die Generationengerechtigkeit?!
Ohne einen ausreichenden Schutz unseres Bodens zerstören wir unsere Welt.
Nicht nur nachfolgende Generationen haben damit zu kämpfen, sondern bereits wir in der heutigen Zeit. Unser Grundwasser ist Nitratverseucht. Bei dem Gemüse, dass wir im Supermarkt kaufen, sind die Langzeitfolgen nicht hinreichend bekannt; allerdings lässt sich ein höheres Krebsrisiko bei Konsumenten glyphosatgedüngter Lebensmittel deutlich erkennen.
Von antibiotikaverseuchten Tieren möchte ich an dieser Stelle gar nicht erst anfangen.
Wenn jemand mit Vorbildfunktion vorangehen möchte und Werte in den Fokus rücken sollte, dann muss das aus christlicher Überzeugung die Kirche sein.

Ich habe mir jedenfalls geschworen, dass über dieses Thema noch lange nicht das letzte Wort gesprochen ist. Die Debatte geht jetzt erst richtig los!
Ziel muss es doch eines Tages sein, dass angebaut auf Kirchenland heißen muss, das es sich um ein nahezu klimaneutrales, nachhaltiges, bezahlbares Bioprodukt handeln muss.
Aber bis zu diesem Idealbild liegt noch ein weiter Weg vor uns.

#EKMsynode

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