Der selbstlose Helfer aus dem Internet

Mein Wort zur Woche zum Sonntag Judika. Abgedruckt in der Glaube und Heimat.

 

So wie der Menschensohn nicht gekommen ist, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele.
Matthäus 20, Vers 28

Ein kalter, verregneter Frühlingstag. Ich klicke mich durch den Videokanal »Youtube« im Internet. Es sind witzige Videoclips dabei, traurige, nachdenkliche. An einem Film bleibe ich hängen: Ein junger Mann geht durch die Straßen seiner Stadt. Plötzlich fließt Wasser auf ihn herab. Er nimmt eine kleine, vertrocknete Blume, stellt sie darunter und geht weiter. Eine ältere Frau versucht ihren Verkaufswagen auf einen Gehweg zu schieben und scheitert.

Der Mann geht hin und hilft. Er füttert einen Hund mit seinem Essen, gibt einem Mädchen, das auf der Straße sitzt, Geld für die Schulausbildung und hängt einer alten Dame einen Bund Bananen an die Tür. Er wiederholt es. Tag für Tag. Woche für Woche. Stets dasselbe Bild. Doch an diesem einen Tag fehlt das Mädchen. Es ist verschwunden. Ihre Mutter sitzt an ihrer Stelle allein. Sie sieht traurig aus. Und auch der freundliche Helfer wird traurig. Dort, wo sie saß, liegt nur noch eine alte Pappe auf der Erde. Was ist bloß mit dem Kind geschehen?

Doch plötzlich springt das Mädchen in Schulkleidung mit Ranzen auf dem Rücken um die Ecke. Und die Welt blüht auf. Die vertrocknete Blume erstrahlt, die alten Frauen nehmen den Mann in den Arm und auch der Hund wird zu seinem besten Freund. Fantastisch. Wir können Jesus nachfolgen, indem wir dienen.

Wenn wir dadurch leben können, dass wir für andere leben. Denn wie können wir Gott sonst diese Liebe zurückgeben, die er uns entgegenbrachte, als er seinen eigenen Sohn auf die Erde schickte, der Menschheit zu dienen? Der sein Leben gab, um für unser Leben zu zahlen?

Sollte dieses aufopfernde, diakonische Handeln nicht Kern unseres alltäglichen Lebens sein? Dass wir erlöst und befreit durch die Straßen gehen. Ein jeder in seiner Stadt. Voller Liebe und Aufmerksamkeit. Dem Kopfschütteln und dem Unverständnis der anderen zum Trotz.

 

 

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